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Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Nikolaus Brender

ZDF-Chefredakteur erhält renommierten Journalistenpreis

Nikolaus Brender, der Chefredakteur des ZDF, ist mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis ausgezeichnet worden. Die Jury verlieh ihm den Preis für seine vorbildhafte journalistische Haltung. Brender lasse sich "von niemandem vereinnahmen".

In der Begründung für die Verleihung des angesehenen Jornalistenpreises an den ZDF-Chefredakteur hieß es: "Nikolaus Brender steht für Qualität und Unabhängigkeit und setzt sie auch gegen Widerstände durch. Er ist nur seiner journalistischen Aufgabe verpflichtet. Er hält Distanz und macht sich nicht gemein." Das sei ganz im Sinne des ehemaligen "Tagesthemen"-Moderators Hanns-Joachim Friedrichs. Brenders Haltung und die daraus folgenden Handlungen machten insbesondere jüngeren Journalisten Mut, keinem Druck oder Einflussversuch nachzugeben, so die Jury.

Kritik am Einfluss der Politik

Der Mitherausgeber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", Frank Schirrmacher, nahm die Preisverleihung zum Anlass, scharfe Kritik an der Debatte über eine erneute Berufung von Brender zu üben. Unter anderem hatte sich der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) gegen Brender ausgesprochen. "Es geht hier um die Gefahr eines Eingriffs in die DNA, in das Erbgut, des Senders", sagte Schirrmacher. Brender habe gezeigt, was kritischer Journalismus bedeuten könne. "Es geht um die Demarkationslinie zwischen Journalismus und politischer Macht", sagte der Mitherausgeber der FAZ.

Auch Brender betonte, es gehe hier nicht nur um ihn, es gehe um die Frage des Einflusses der Politik auf das Fernsehen und auf die Medien insgesamt. Er dankte dem ZDF-Intendanten Markus Schächter dafür, dass dieser zur Preisverleihung nach Köln gekommen war.

Lesen Sie hier die Laudatio von FAZ-Mitherausgeber Frank Schirrmacher und die Dankesrede von Nikolaus Brender im Wortlaut.

Auch Förderpreis geht an ZDF-Autoren

Den Hanns-Joachim-Friedrichs-Förderpreis erhielten ebenfalls Autoren des ZDF. Er ging an Astrid Randerath und Christian Esser für die Frontal-21-Dokumentation "Das Pharmakartell". Die Dokumentation sei ein herausragendes Beispiel von investigativem Journalismus, erklärte die Jury.

Quelle: Heute.de vom 14.10.2009, mit Material von dpa und ZDF.


Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis 2009 an den ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender

Förderpreis an Astrid Randerath und Christian Esser

Nikolaus Brender erhält in diesem Jahr den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus. Die Jury zeichnet den ZDF-Chefredakteur für seine vorbildhafte journalistische Haltung aus. Nikolaus Brender steht für Qualität und Unabhängigkeit und setzt sie auch gegen Widerstände durch. Er ist nur seiner journalistischen Aufgabe verpflichtet. Brender lässt sich von niemandem vereinnahmen. Er hält Distanz und macht sich nicht gemein ganz im Sinne des ehemaligen Tagesthemenmoderators Hanns-Joachim Friedrichs. Brenders Haltung und die daraus folgenden Handlungen machen insbesondere jüngeren Journalisten Mut, keinem Druck oder Einflussversuch nachzugeben. Nikolaus Brender (Jahrgang 1949) begann seine journalistische Laufbahn beim Südwestfunk, er arbeitete bei der ZEIT und anschließend als Redakteur bei den Tagesthemen. Von 1984 bis 1989 vertrat er die ARD als Korrespondent in Südamerika, wurde dann Auslandschef und später Chefredakteur des WDR-Fernsehens. Seit dem 1. April 2000 ist Brender Chefredakteur des ZDF.

Der Hanns-Joachim-Friedrichs-Förderpreis geht an Astrid Randerath und Christian Esser, die Autoren der ZDF-Fernsehdokumentation „Das Pharmakartell“ (Sendedatum 9.12.2009). Die Jury hält die Frontal-21-Dokumentation für ein herausragendes Beispiel von investigativem Journalismus.


Dank:

Der Verein dankt im Namen aller Freunde von Hanns Joachim Friedrichs sowie der Preisträger ganz besonders dem Westdeutschen Rundfunk Fernsehen (WDR) in Köln für seine fortwährende Unterstützung und seinen Beitrag, den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis als einen der bedeutendsten deutschen Medienpreise zu etablieren. Von Beginn an, seit 1995, richtet das WDR-Fernsehen die jährliche Preisverleihung in seinen Studios in Köln aus und verleiht so unserem Anliegen, der Förderung eines guten, unbestechlichen und aufklärerischen Fernsehjournalismus, eine für den Berufstand unschätzbare Plattform. Besonderer Dank gebührt dem zuständigen Redakteur Wiel Verlinden, der Jahr um Jahr die Sendung vorbereitet, koordiniert und in enger Abstimmung mit dem Verein und den Preisträgern der Sache des Preises dient.

Der Verein dankt ferner den Printmedien DER SPIEGEL, STERN und DIE ZEIT für die alljährliche Unterstützung unseres Anliegens in Form von Anzeigen.